Kostenvergleichsrechnung / Alternativenvergleich

Mit Hilfe der Kostenvergleichsrechnung können verschiedene Investitionsalternativen verglichen werden. Für den Vergleich von z.B. Investition A und B können die durchschnittlichen Gesamtkosten einer Periode KA und KB bzw. die daraus unter Berücksichtigung der Ausbringung abgeleiteten duchschnittlichen Stückkosten kA und kB herangezogen werden.

Die Investition A ist vorteilhafter als B, wenn KA kleiner als KB bzw. wenn kA kleiner als kBist.

Die zu berücksichtigenden Gesamtkosten setzten sich aus den Betriebskosten, Kostensteuern, Versicherungen und Kapitalkosten zusammen. Zu den Betriebskosten zählen z.B. Löhne und Gehälter, Sozialkosten, Betriebsstoffe, Energien, Instandhaltung und Raumkosten. Die Kapitalkosten beinhalten kalkulatorische Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen.
 
Während Betriebskosten Kostensteuern und Versicherungsprämien i.d.R. detailliert ermittelt werden können, greift man bei der Berechnung der Kapitalkosten zur sogenannten "Ingenieurformel":

 

"Ingenieurformel" zur Berechnung der Kapitalkosten:

Ingenieurformel


Beurteilung der Kostenvergleichsrechnung:

  1. Die Kostenvergleichsrechnung führt nur zum Gewinnmaximum, wenn mit den Investitionsalternativen gleiche Erlöse verbunden sind.
  2. Da die Erlöse nicht berücksichtigt werden sind nur Aussagen über eine relative Wirtschaftlichkeit möglich. Es wird die Rangfolge der Kosten ermittelt; die Gewinnerzielung bleibt fraglich.
  3. Die Kostenvergleichsrechnung stellt nur eine grobe Durchschnittsrechnung dar. Die Repräsentativität der betrachteten Periode und der berücksichtigten Kosten ist fraglich.
  4. Unterschiedliche Kapazitäten der Anlagen können mit unterschiedlichen Absatzpreisen verbunden sein, was bei diesem Verfahren unberücksichtigt bleibt.
  5. Haben die Anlagen eine unterschiedliche Nutzungsdauer, so wird dies nur indirekt über die Abschreibungen berücksichtigt.

These: Gleiche Nutzungsdauer bzw. gleiche jährliche Auslastung sind nicht erforderlich, falls der Alternativenvergleich anhand der Stückkosten erfolgt. Aber: Bei ungleicher Nutzungsdauer kommt ggf. das Problem einer Folgeinvestition für einen kurzen Restzeitraum auf und bei ungleicher Auslastung sind verschieden hohe Erlöse wahrscheinlich.
 
Der Controlling-Bereich in jedem Unternehmen ist dafür zuständig eine statische Investitionsrechnung durchzuführen und mit ihrer Hilfe verschiedene Investitionsalternativen miteinander zu vergleichen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Kostenvergleichsrechnungen - der periodenbezogenen und der stückbezogenen.

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