Personalaufwandsquote

Formel:

Graphik Personalaufwandsquote

Bedeutung:

Die Personalaufwandsquote gibt den Anteil des Personalaufwandes an der betrieblichen Gesamtleistung an. Sie informiert über die Produktivität des Mitarbeitereinsatzes bzw. anders ausgedrückt – wie viel Euro Personalkosten durchschnittlich nötig waren, um 100 Euro umzusetzen.
 
Der Personalaufwand ergibt sich aus Löhnen, Gehältern, Sonderzahlungen, Sozialaufwand und ggfs. Aus- und Fortbildungskosten. Für die Gesamtleistung wird oft nur der Umsatz herangezogen. Für eine aussagekräftige Kennzahl ist es jedoch wichtig, dass alle Leistungen abgerechnet und halbfertige Arbeiten und Einmalzahlungen an die Mitarbeiter (z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) zeitlich anteilig gebucht wurden.
 
Im Einzelhandel beispielsweise gehört die Anschaffung von einheitlicher Arbeitskleidung oder Fortbildungen von Mitarbeitern zu den zentralen Ausgaben. Denn auch die Weiterbildung von Mitarbeitern ist für den Arbeitgeber mit Kosten verbunden. In den meisten Bundesländern gibt es das Recht auf Bildungsurlaub, zum Beispiel in Niedersachsen umfasst dieser fünf Werktage im Jahr. Der Mitarbeiter wird freigestellt, um sich fortzubilden und seine Arbeitskraft fehlt dementsprechend in dieser Zeit. Somit erhöht sich die Personalaufwandsquote, selbst wenn der Arbeitgeber für die Weiterbildungen nicht zahlt. Dennoch ist es auf lange Sicht natürlich wirtschaftlicher, wenn Mitarbeiter sich regelmäßig fortbilden. Das BZE bietet zahlreiche Coachings, Fort- und Weiterbildungen im Einzelhandel an, die langfristig dabei helfen, die Personalaufwandsquote zu senken. Schließlich können entsprechende neu gewonnene Qualifikationen die Produktivität des Mitarbeiters und des Unternehmens steigern. Z.B. der gute Umgang sowie die kompetente Beratung eines Kunden können den Umsatz deutlich ankurbeln. Weiterbildungen sollten also zielorientiert ausgewählt werden, um die Personalaufwandsquote in Zukunft senken zu können.
 
Die Personalaufwandsquote ermöglicht auch Rückschlüsse auf den Rationalisierungsgrad eines Unternehmens sowie auf die Arbeitsintensität. Sie kann beim Vergleich mehrerer Geschäftsjahre die Veränderung der Personalkostenintensität aufzeigen. Diese Entwicklung sollte durch plausible Erklärungen (wie etwa Änderung des durchschnittlichen Personalbestands, Lohnerhöhungen, flexible Arbeitszeiten, erhöhter Krankenstand, neue Produktionslinie, Überstunden(-zuschläge), Sozialpläne, Outsourcing etc.) nachvollziehbar sein. Zusammen mit der Umsatzrendite und der Materialaufwandsquote kann die Personalaufwandsquote auf Schwachstellen oder Trends in der betrieblichen Entwicklung hinweisen, auf die das Unternehmen reagieren muss.
 
Je nach Unternehmensart und Branche kann die Personalaufwandsquote sehr stark schwanken. Grundsätzlich lassen sich jedoch folgende Quoten als Benchmark nennen:

  • Bei Dienstleistungsunternehmen ist eine Quote bis zu 60% gut, bis 70% werden noch als akzeptabel bewertet.
  • Bei Produktionsunternehmen ist eine Quote von ca. 30% als positive Zielgröße anzusehen.

Weitere Vergleichsmöglichkeiten bieten Branchen- und Betriebsvergleiche z.B. der Handwerkskammern oder der Datev.


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